Sonntag, 3. März 2013

wanderlust - Thailand travel tips

Nach gefühlten zehn Stunden Arbeit kommt hier nun der versprochene guide mit meinen persönlichen Tipps für einen Thailand-Urlaub. Beim Schreiben hatte ich das Gefühl, ich beschränke mich viel zu sehr, vernachlässige meine Reiseerlebnisse und könnte noch tausend andere Dinge erwähnen - nur irgendwann muss auch mal Schluss sein, sonst liest sich den Roman ja keine Sau durch. Abgesehen davon ist es sowieso schon ziemlich viel Text geworden. 
Obwohl ich eigentlich ein Fan von  unkonventionellen Reisen bin, war der Thailand Urlaub eher typisch touristisch gestaltet (soll heißen: Hotel mit Frühstück), da er der puren Erholung dienen sollte. Somit stand diese Erfahrung im Kontrast zum vorigen Jahr, als wir auf eigene Faust mit Mietauto und Zelt unterwegs waren. Trotzdem war es eine fantastische Erfahrung und ein prägender Einblick in eine faszinierende Kultur. Vielleicht erachtet der ein oder andere die folgenden Tipps ja als hilfreich bei seiner eigenen Reiseplanung.    
                                                                                                                                

Essen gehen gestaltet sich besonders in Bangkok als kleines Abenteuer. An jeder Ecke erwarten einen verschiedenste Gerüche, manche davon wunderbar, andere Übelkeit erregend (Hitze in Verbindung mit Straßenabfällen = suboptimal).
Wie für vieles anderes in Thailand gilt auch bei der Nahrungsaufnahme: die Preise sind sehr, sehr niedrig gehalten. Wenn man nicht gerade in Ketten wie Pizza Hut o.Ä. essen möchte, braucht man für den Besuch eines einheimischen Restaurants nicht viel einzuplanen. Der geschätzte Durchschnittspreis für ein Essen + Getränk beträgt um die 200 Baht (= 6 Euro), manchmal auch weniger. Es kommt darauf an, wo man is(s)t. In einem sehr touristischen Viertel muss man natürlich mit einem Aufschlag rechnen. Trotzdem konnten wir es uns aufgrund der Preise locker leisten, jeden Tag einmal essen zu gehen.                                                        
Wer selbst kocht, der bekommt frische Zutaten auf den Märkten, die sich meist mitten auf den Gehwegen neben der Straße befinden. Allerdings muss man beachten, dass die Hygienestandards hier sehr viel lockerer sind, als bei uns.
Wer nicht immer unbedingt in ein Restaurant will, sondern nur einen kleinen Snack möchte, der kann in Bangkok an einem der unzähligen(!) Straßenstände billig gebratenes Fleisch (für uns natürlich keine Option) oder Gemüse am Spieß essen. Vieles, was dort angeboten wird, ist evtl. gewöhnungsbedürftig, aber auf jeden Fall einen Versuch wert. Die meisten Thailänder essen auf der Straße oder an kleinen Tischen vor den Ständen. Das ist dort absolut normal und gehört zum Stadtbild dazu.
Mein liebstes thailändisches Gericht ist und bleibt jedoch das gute alte Curry. Ob nun rot, gelb oder grün – ich liebe sie alle, am besten mit viel Gemüse und Reis. Jedoch muss ich an dieser Stelle darauf hinweisen, dass die Schärfe eines Thai-Currys, das man in Deutschland bekommt, NICHT zu vergleichen ist mit der eines originalen. Diese Erfahrung durfte ich erfreulicherweise machen (obwohl man mich vorher gewarnt hatte) und der „Genuss“ eines grünen Currys endete mit starkem Nasenbluten. Deshalb nun an dieser Stelle die kleine Rangordnung, welche man sich merken sollte:

    Rotes Curry: SEHR scharf
      Grünes Curry: SEHR scharf
    Gelbes Curry: mittelscharf
 Massaman Curry: mild  

Das, was einem an Thailand wohl am längsten im Gedächtnis bleibt, ist die besondere Kultur dieses Landes, welches so sehr mit seinem Image als Sextourismus-Paradies zu kämpfen hat. Gleich als wir am ersten Tag vor die Hoteltür traten, schlug uns die Hitze und das fremde Lebensgefühl, die besondere Geräuschkulisse entgegen. Es war, als befände man sich in einer völlig anderen Welt. Anders als auf Ko Samui, wo es etwas ruhiger zugeht, ist Bangkok einfach das pure, pulsierende Leben.
Als Land, welches stark vom Buddhismus geprägt ist, bietet Thailand viele prunkvolle Tempel und andere religiöse Stätten. Ein Besuch dort ist wirklich lohnenswert, allein schon wegen dem optischen Reiz. Das Leben findet zu einem großen Teil auf den vollen Straßen statt, dort wird gegessen, gekocht, verkauft und gehandelt. Was einem außerdem ins Auge fällt, sind die vielen kleinen Schalen mit Lebensmitteln, Getränken und Blumen, welche vor vielen Haustüren und auf Altären stehen. Diese Gaben sind dazu da, böse Geister fernzuhalten. Des Weiteren findet man an jeder Ecke Bilder, Zeichnungen oder Kalender mit dem Motiv von König Bhumipol. Der Monarch der Thailänder ist aktuell das längste amtierende Staatsoberhaupt weltweit und wird von seinem Volk unglaublich verehrt. Er ist übrigens auch der Mann, welcher die Geldscheine ziert.
Es ist die große kulturelle Vielfalt, der  Kontrast zwischen Alt und Neu, welcher mich an Thailand so fasziniert. Natürlich ist es nicht von der Hand zu weisen, dass man sich als Tourist mit gewissen Neigungen dort billig amüsieren kann, auf Bangkoks Rotlichtmeile sieht man durchaus viele Katoeys, also Ladyboys, die in Thailand aufgrund der großen Toleranz weitestgehend akzeptiert werden (was ich natürlich absolut richtig finde). Wem zu diesem Land aber nichts anderes einfällt als das, der sollte seinen Horizont eventuell mal erweitern. ;)


Dieser Absatz ist eigentlich mehr als Warnung zu betrachten. Denn auf den Verkehr in Thailand muss man sich erst einmal einstellen. Soll heißen: es herrscht Chaos. Jeder fährt wie er will, es geht kreuz und quer und mitten auf der Gegenspur  zu wenden ist nicht wirklich eine Besonderheit. Das ist alles recht lustig anzuschauen, besonders in Bangkok, wo z.T. der absolute Ausnahmezustand herrscht, doch sobald man selbst Verkehrsteilnehmer wird, braucht man starke Nerven. Da es in Bangkok kein besonders ausgebautes Bahnnetz gibt, ist man als Tourist meist mit Taxis oder Tuk Tuks unterwegs. Ein Tuk Tuk ist eine Art motorbetriebene Rikscha und eine Fahrt damit zu vergleichen mit einer besonders waghalsigen Partie Autoscooter. Ohne Gurt. Ich habe es mehrmals mitgemacht und den Adrenalinschub gabs inklusive. Bei jeder Mitfahrgelegenheit jedoch gut auf den Preis achten, denn Auswärtigen wird gern der fünffache Aufschlag berechnet. Einfach runterhandeln oder zum nächsten wechseln (durchschnittlicher Fahrpreis: 100 bis höchstens 200 Baht).
Auf Ko Samui ist es zu empfehlen, sich einen Roller (+ Helm!!!) zu mieten, denn so ist man recht unabhängig und kann die Insel auf eigene Faust erkunden. Wir hatten sehr viel Spaß dabei, jedoch muss man auch hier auf die veränderte Verkehrslage achten. 


                            
Auch wenn es angenehm ist, eine Art Leitfaden für seine Urlaubsunternehmungen zu haben, empfehle ich trotzdem jedem, einfach mal auf eigene Faust loszulaufen, denn dabei sieht und entdeckt man oft am meisten. Hinweise zu den Standart-Sehenswürdigkeiten findet man in jedem Reiseführer, deswegen liste ich diese jetzt nicht noch einmal auf, sondern gebe ein paar persönliche Tipps:
-   Das alltägliche Straßenleben in Bangkok ist so viel spannender, als die meisten Museen oder angeblichen „Must Sees“. Sich durch die vielen verwinkelten Ecken zu schlängeln war unglaublich spannend. Auch, wenn wir uns das ein oder andere Mal verlaufen haben. ;) Als Kulturtipp gebe ich nicht nur den beeindruckenden Grand Palace (Pflichtprogramm), sondern vor allem den Wat Saket, einen Hügel, von dem aus man einen tollen Ausblick über Bangkoks Skyline hat. Falls der Smog es zulässt.
-   Chinatown und Pat Pong waren die Viertel, welche ich am faszinierendsten fand, da sie sehr gegensätzlich sind. Die großen Markthallen, kleinen Läden und fremden Gerüche in Chinatown stehen im Kontrast zu Pat Pong mit seiner Rotlichtmeile, auf der es sehr touristisch zugeht und wo abends große Märkte öffnen, auf denen man alles Mögliche an Krimskrams kaufen kann.
-   Auf Ko Samui kann man das Wahrzeichen der Insel, den Big Buddha besichtigen. Obwohl dieser sehr nett anzusehen ist, kann man ihn nicht vergleichen mit einem Besuch im Wat Plai Laem Tempel. Riesige Buddha-Skulpturen, geschmückte Schreine und faszinierende Wandmalereien sorgen für Reizüberflutung und zeigen die Schönheit der buddhistischen Tradition (wenn ich da nur an die langweiligen deutschen Kirchen denke!).
-   Neben den Standart-Besuchen der kleinen „Städte“ Ko Samuis empfehle ich (falls man mit dem Roller unterwegs ist), öfter mal rechts ranzufahren und sich kleinere Dörfer anzuschauen, in denen man einen authentischeren Einblick in den Alltag der Inselbewohner bekommt. Auch ein Besuch in einem der großen Supermärkte ist Pflicht, denn dort gibt es oft die lustigsten Sachen zu kaufen, welche sich besser als Souvenir eignen, als billig bedruckte Schals von Strandhändlern. Außerdem gibt es in den dortigen Imbiss-Restaurants eine breite Auswahl an quietschbunten Süßigkeiten oder thailändischem Fast Food. 


An dieser Stelle muss ich gestehen, dass ich in Thailand eigentlich kaum etwas eingekauft habe, jedenfalls landete kein einziges neues Kleidungsstück in meinem Koffer. Dafür aber ein kleiner Haufen lustiger Krims Krams für mich und meine Lieben, z.B. der blaue Freund, den ihr im oberen Bild seht. ;) Allgemein gibt es dort viel lustiges Zeug zu kaufen, aber auch eine Menge gefälschte Ware und Ramsch, jedenfalls auf den Märkten. Dort gilt übrigens: feilschen bis der Arzt kommt. Normalerweise läuft es so ab, dass der Händler einen Preisvorschlag für euch aufschreibt (meist mehr als doppelt so viel des Normalpreises) und euer Gegenangebot erwartet. Seid nicht schüchtern und handelt munter drauf los, so macht man dort echte Schnäppchen!
Die üblichen Verdächtigen wie H&M oder ZARA gibt es in Bangkok nicht (jedenfalls habe ich kein einziges Mal etwas Ähnliches gesichtet), dafür aber mehrere große, klimatisierte Shoppingcenter, in denen es haufenweise preiswerte Klamotten gibt. Ich glaube, besonders für Fans von asiatischen Onlineshops ist dies das Paradies auf Erden, das ein oder andere Teil habe ich auf jeden Fall wiedererkannt. ;) Dort drin kann man sich eine ganze Weile aufhalten und tonnenweise Schmuck, Taschen, Kleider etc. kaufen. Für mich hat aber das bloße Anschauen schon gereicht, ich war eher zwischen Supermarktregalen unterwegs und habe mich für bunte Seife, Spongebob-, Hello Kitty- und Domo Kun-Fanartikel begeistert. 

  1.  Der durchschnittliche Wechselkurs von Baht in Euro liegt bei 1:33; Ein 100 Baht Schein hat also etwa den Wert von 3 Euro.
  2. Wenn man als Frau „Heilige Orte“, Paläste oder Kultstätten besichtigt, sollte man auf allzu kurze Sommerkleidung verzichten. Bedeckte Schultern und mindestens knielange Röcke sind ein Muss, andernfalls wird der Zutritt verwehrt. Außerdem muss man religiöse Stätten oft barfuß betreten.
  3. Das asiatische Fernsehprogramm ist teilweise einfach zum Totlachen. Zwar haben wir im Hotelzimmer nur kurz reingeschaltet, aber was wir gesehen haben, hat für akute Lachanfälle gesorgt. Bunt, schrill, laut und total bekloppt. Einschalten lohnt sich (wenigstens einmal)!
  4. Thailändische Süßigkeiten oder Softdrinks sind meist viel süßer, als wir es aus Deutschland gewohnt sind. Wer sich einen stinknormalen Eiskaffee kauft, kann schon mal einen Zuckerschock erleiden.

That´s it! 

Kommentare:

  1. Wow, ein toller und sehr schön gestalteter Artikel! Vielleicht sollte ich einen ähnlichen mal über Peru schreiben :)

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  2. Vielen Dank! Mach mal ruhig, also mich interessiert sowas total!^^ (vor allem Peru - wow!)

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  3. Boah, das ist ja schon fast druckreif! Sehr schön geschrieben.
    Zum Verkehr: mich interessieren Fahrräder und wie sie genutzt werden - überall auf der Welt. Hab dazu ein Projekt laufen vielleicht kannst du ja was aus Thailand berichten?
    Guck mal hier: http://bikelovin.blogspot.de/p/world-wide-wheelers.html

    Würde mich megadoll über irgendwas aus Thailand freuen...
    LG
    Christiane

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